In den vergangenen Monaten bin ich immer wieder über ein interessantes Thema gestolpert. Es wurde die Frage nach dem gestellt, das man sich wünschte, bereits in der Schule gelernt zu haben. Eine spannende Frage, denn früher oder später dürften viele Selbständige an den Punkt kommen, an dem sie sich wünschten, sie hätten dieses oder jenes in der Schule gelernt, statt im “Erwachsenenleben” plötzlich ins eiskalte Wasser geworfen zu werden.

Ich stellte mir ebenfalls diese Frage und fand es erschreckend, wie wenig uns die Schule tatsächlich auf das Leben vorbereitete. Mein Studium, da bereits spezialisiert auf meinen jetzigen Beruf, lasse ich dabei außen vor, wenngleich auch hier in den ersten Jahren einiges versäumt wurde.

Wenn ich an meinen “Wirtschaftsunterricht” zurückdenke, dann haben wir in Grundzügen gelernt, was an der Börse geschieht. Einen ausführlichen Blick auf andere Anlage- und Investitionsmöglichkeiten verwehrte man uns. Wir erfuhren ein paar Dinge über Unternehmensgründung hier, und ein paar Dinge über den Einstieg ins Arbeitsleben da. Und man verkaufte uns den Vortrag einer Krankenkasse, die im Anschluss eifrig die Adressen Minderjähriger zu Werbezwecken einsammelte, als Workshop zum Thema “Bewerbungstraining” (und das zugesandte Werbematerial im Vorfeld als “weiterführende Informationen zum Thema Bewerbung”…).

Einmal schrieben wir im Unterricht einen Lebenslauf für unsere Bewerbungsunterlagen. Aber irgendwie auch wieder nicht so richtig, denn viel Ahnung davon, was Unternehmen zu dieser Zeit in Bewerbungsunterlagen sehen wollten, hatte unser damals kurz vor der Pensionierung stehender Wirtschaftslehrer auch nicht.

Später, an der FOS (im Wirtschaftszweig), erlernten wir dann Buchführungskenntnisse (um die ich tatsächlich froh bin) und das Erechnen von Zahlen, die man in keinem Unternehmen jemals errechnen muss, da man diese – sich aus Eingangs- und Ausgangsrechnungen ergebend – schlichtweg vorliegen hat. Eine Steuererklärung kannte ich, bis ich mit der FOS abgeschlossen hatte, nur als Formular des Grauens, das “sowieso keiner kapiert”. Und von Sozialversicherungen, geschweige denn allerhand anderer Versicherungen oder gar Anlagemöglichkeiten für die Altersvorsorge hatte ich erst recht keinen Plan.

Da ich schon bald entschied, mich früher oder später selbständig machen zu wollen, war mein Ehrgeiz geweckt und ich brachte mir das meiste, was in der Schule versäumt wurde, selbst bei oder habe entsprechende Hilfe aufgesucht.

Aber wäre es nicht sinnvoll, gerade solche Themen, die jeden angehen, in den Unterricht zu integrieren, statt in Siebtklässler Versmaße und in Zehntklässler Kurvendiskussionen zu pauken, die in einem Studium doch besser aufgehoben wären?