Im Jahr 2020 ist es beinahe verrückt, das zu schreiben. Verrückte Tage. Welche Tage sind denn in diesem Jahr nicht verrückt? Aber wollen wir gar nicht direkt auf den Plagegeist eingehen, der uns seit Anfang des Jahres nervt.

Gastbeitrag bei Côté Langues

Denn auch anderweitig geht es verrückt zu – und das ist nicht immer negativ gemeint. Ganz und gar nicht. Äußerst erfreut hat mich zum Beispiel die Tatsache, dass ich bei Kollegin Andrea Halbritter “vorbeischauen” durfte. Sie sammelte Beiträge von Übersetzern über fatale Fehler, die in unserem Beruf Tätige begehen können. Vor welchem Fehler ich meine Kollegen – vor allem angehende Kollegen – warnen möchte, erfahrt ihr im Blogeintrag selbst. Und lest euch unbedingt auch durch, was meine Übersetzerkollegen geschrieben haben. Diese Hinweise und Tipps sind für Übersetzer wertvoll, aber auch Auftraggeber können daraus lernen.

Neuer Auftrag

Ebenfalls schön: Ein neuer Auftrag ist reingeflattert. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Da jegliche Hilfen, sei es November, Dezember, Sofort oder was auch immer sich unsere werten Herren und Damen Politiker haben einfallen lassen, an mir vorbeiziehen und ich seit Monaten hauptsächlich von meinem Ersparten lebe, freut mich jeder Auftrag noch mehr, als es unter normalen Umständen der Fall ist. Ich denke, das könnt ihr nachvollziehen.

Aufreger der (letzten) Woche

Das hier ist weniger schön: So ganz bin ich noch nicht drüber hinweg, vor allem, weil die Situation derzeit ohnehin schwierig genug ist und der Markt für Übersetzungen immer härter zu navigieren wird. Da geht also eine Ausschreibung online, in der nach Übersetzern gesucht wird. Bezahlung 2 Cent pro Wort. Aber das ist ja mehr als fair, so der Auftraggeber, schließlich könne man ja eine Übersetzungsmaschine nutzen. Hauptsache am Ende passt alles. Mir ging die Hutschnur hoch. Weshalb der Preis selbst für eine Übersetzung unter Zuhilfenahme einer “Übersetzungsmaschine” eine Frechheit ist, ergibt sich aus meinem Beitrag zum Post-Editing.

Abgerundet wurde diese hervorragende Ausschreibung durch die Bewerbungen. Da stürzten sich Dutzende Leute wie die Fliegen auf die Sch***, mehr als 90 % der Personen hatten überhaupt keinen Bezug zum Übersetzen. Und da muss ich nun mal wieder sagen: Selbst die kompetenteste Rechtanwaltsfachangestellte hat sich nicht als Übersetzerin zu betätigen, wenn sie keine entsprechende Qualifikation hat. Nein, Text in eine Übersetzungsmaschine einzugeben und zu schauen, ob das, was dabei rauskommt irgendwie Sinn ergibt, ist keine Qualifikation. Ich führe doch auch keine Herz-OP durch, nur, weil ich googeln kann, wie das geht.