Ja, vermutlich verdreht ihr gerade die Augen und fragt euch: “Was will die Alte denn von mir? Jetzt – in der Krise – will sie mir Texte verkaufen?”

Ich könnte dann großspurig antworten, dass ich euch nicht einfach nur Texte verkaufen möchte, sondern Chancen …

Aber das liegt mir nicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich an solche Herausforderungen eher sachlich rangehe und stets das Pro und Contra abwäge. Tatsächlich habe ich mich vor wenigen Monate sogar mit ganz ähnlichen Fragen herumgeschlagen: Wieso sollte ich gerade jetzt in bestimmte Dinge investieren? Ist jetzt wirklich der perfekte Zeitpunkt, um ein neues Projekt an den Start zu bringen? Und bringt das wirklich etwas?

Da die Antwort auf die letzte Frage “Ja” lautet, dachte ich, ich teile heute einfach mal meine Erkenntnisse mit euch.

Wieso solltet ihr also gerade jetzt in hochwertige Texte investieren?

Es gibt mehrere Antworten auf diese Frage und gemeinsam bilden sie ein Zusammenspiel, das euch einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Nicht nur in der Krise.

Zeigt, dass ihr da seid!

Als besonders krass dürften viele während der Corona-Krise empfunden haben, dass von einem Tag auf den anderen verschiedene Geschäfte geschlossen wurden. Wer nicht zu einem gewissen Prozentsatz Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs anbot, durfte vor Ort nicht länger Kunden empfangen. Für viele Geschäfte und Unternehmen bedeutete dies, obwohl sie sich ihres Fortbestehens vielleicht sicher sein konnten, dass einer der wichtigsten Faktoren mit einem Mal wegfiel: die SICHTBARKEIT. Wer in der Fußgängerzone einen Laden betreibt, dessen Türen geschlossen bleiben müssen, ist nicht sichtbar. Wer seine Produktion vorübergehend einstellen muss, ist nicht sichtbar. Wer bei der großen Suchmaschine mit G nicht gefunden wird, ist nicht sichtbar.

Das Alltagsgeschehen verlagerte sich ins Internet. Hier zeigte sich prompt, wer schnell reagiert und versucht hatte, seine (potenziellen) Kunden online abzugreifen. Doch, um aus dieser schnellen Entscheidung etwas zu gestalten, das einen langfristigen und nachhaltigen Effekt für ein Produkt oder Unternehmen hat, muss fortwährend an der Sichtbarkeit gearbeitet werden. Nur so sehen (potenzielle) Kunden, dass die Ladentür offen steht.

Ein Hauch von Normalität

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder festgestellt: Die Menschen wünschen sich in dieser verrückten Zeit die Normalität zurück. Ich werde jetzt keine Diskussion über die Masken und den Mindestabstand vom Zaun brechen, aber Tatsache ist: Normal ist das nicht. Wohin auch immer die Menschen gehen, überall werden sie mit der aktuellen Situation konfrontiert. Man checkt am Morgen kurz die Mails und schon bombardiert einen der E-Mail-Anbieter mit den neuesten Corona-Updates. Man macht das Radio an: Bäm! Corona! Im TV? Dasselbe Spiel.

Entsprechend war ich nicht überrascht zu sehen, dass es die Leser irgendwann satt hatten, Newsmeldungen aufzurufen, in denen das “böse C-Wort” geschrieben stand. Dabei spielte es keine Rolle, ob Filmstarts wegen Corona verschoben oder Grenzen für Urlauber geschlossen wurden. Genug war genug. Richtig Schwung in die Sache kam dagegen wieder, als sich vermehrt “normale” Meldungen auftaten.

Ich weiß, es ist schwer, in der heutigen Zeit zu informieren, ohne das Wort Corona in den Mund zu nehmen. Unterhält man sein Publikum aber, statt es zu informieren, schafft man eine kleine Insel der Normalität, auf der es sich richtig schön aushalten lässt. Versucht es mal 😉

Eigentlich wäre ich Ende Juli auf der London Film & Comic Con gewesen. Am selben Wochenende hätte die SDCC stattgefunden – die nun virtuell abgehalten wird, um ein kleines Gefühl von Normalität zu bieten.

Die Nase vor der Konkurrenz

Natürlich muss man es sich leisten können, in dieser Zeit zu investieren. Wenn es aber irgendwie möglich sein sollte, dann empfiehlt es sich sehr. So böse es klingt: Wer jetzt investiert, hat die Nase vor der Konkurrenz, die im Moment nicht investieren kann. Wer jetzt investiert, hat die Nase aber auch vor der Konkurrenz, die nicht investieren möchte. Der zeitliche Vorsprung ist dabei nicht der einzige Vorteil, der sich ergibt.

Viele Unternehmen sind wahrlich in einen tiefen Schlummer gefallen, als hier dicht gemacht wurde. Das ist zunächst verständlich. Statt Geld zu verpulvern, wurden die Kröten beisammengehalten, um die Firma durch die Krise zu bringen. Ich mach(t)e nichts anderes. Ebenso wichtig ist es aber, sich bewusst zu machen, wie viel Geld zur Verfügung steht, wo dieses eingesetzt wird – und wo es womöglich besser aufgehoben wäre. Kennen wir doch alle: Oft verschlingen Posten Geld, die gar nicht (mehr) benötigt werden, während andere Ausgaben die eigene Unternehmung viel weiter voranbringen würden. Also raus aus dem Schlummer – ein schwerer, aber wirklich nötiger Schritt.  Während ich  meinen eigenen kleinen Plan hier schon mal vorstellte, müsst ihr natürlich selbst festlegen, wie euer ganz persönlicher Plan aussieht. Der kann von Situation zu Situation und von Unternehmen zu Unternehmen völlig unterschiedlich sein.

Wer wartet, bis die Normalität vollständig zurückgekehrt ist, um sich mit spannenden Inhalten online und offline seinen Kunden zu präsentieren, verschwendet jedoch in jedem Fall wertvolle Zeit. Das führt uns zum nächsten Punkt:

Und wieder die liebe Konkurrenz

Es heißt zwar immer so schön, dass Konkurrenz den Wettbewerb belebt. Heutzutage gibt es aber fast nichts mehr, was es noch nicht gibt – aus der Masse herauszustechen, ist deshalb schwer.

Jetzt stellt euch vor, eure Konkurrenz plant, erst dann (wieder) aufzuschlagen, wenn “alles wieder normal ist”.

Nur, um das klarzustellen: Ich habe ein Problem damit, wenn Unternehmen Profit aus der/einer Krise schlagen – und dabei womöglich noch mit der Angst der Leute spielen. (Was werden mir zur Zeit doch tolle Angebote in den realen und den virtuellen Briefkasten gestopft!) Doch es ist rein gar nichts Verwerfliches dran, ein Content-Programm auch während der Krise weiter durchzuführen oder in der Krise zu starten – und davon zu profitieren, dass sich die Konkurrenz freiwillig oder gezwungener Maßen in Zurückhaltung übt. Das bedeutet für euch im Gegenzug: mehr Sichtbarkeit. Bei den Suchmaschinen, in den sozialen Netzwerken, im wöchentlichen Anzeigenblatt. Womit wir in gewisser Weise wieder beim Eingangspunkt wären.

Und? Wie sieht euer Plan aus? Mit welchen Inhalten platziert ihr euch derzeit auf dem Markt? Habt ihr ein umfassendes Programm ausgearbeitet oder nehmt ihr die Beiträge, wie sie euch gerade einfallen?